Archive for Februar 2010

Spieglein, Spieglein
22. Februar 2010

Die Spiegel-App vom Samstag? Nix anderes eine abgespeckte 1:1-Abbildung des Heftes – ok, die Schriftgrößen editierbar und alles in schlanken 5MB, mit 2,99 (noch) ein Stück günstiger und am Samstagabend erhältlich – aber das war`s dann auch. Schade. Keine großzügigen Bildstrecken, ein umständlicher Blättermodus, Bildunterschriften zu Bildern, die nicht angezeigt werden. Dafür schieben sich dann die BUs und die Fußnoten gerne mal in den Fließtext. Was vor allem fehlt:

(I) Querverweise zu Hintergrundinfos/-grafiken/-quellen. Sind Spiegel-Artikel so erschöpfend recherchiert und geschrieben, dass nichts mehr hinzuzufügen ist? Gibt die Rechercheabteilung aus HH ihre Quellen nicht preis?

(II) Audio-Files der geführten Interviews, Bildstrecken, die über das Foto-Angebot des Heftes hinausgehen, interne wie externe Verlinkungen. Ich will das Multimedia-Programm!

(III) Und ja: ich will – dann auf dem iPad – entsprechend aufbereitete Werbung (à la wired.com).

Dafür zahl ich dann auch 2,99. Oder auch mehr. Aber so ist der Spiegel als App erstmal nicht mehr als ein Spieglein.

Splitting the Atom
18. Februar 2010

… nicht nur das Massive Attacks neuestes Album Maßstäbe setzt, die Videoarbeit dazu punktet auch. Groß:

Schwierige Schönheit
18. Februar 2010

„Stadt der Schwüle“ – das könnte passen. Überall in Beirut kriecht sie aus den Mauern, diese Schwüle, dampft hoch vom Asphalt, schwappt über die Uferpromenade ins Zentrum. Klamme Kleidung, immer feuchte Haut. Der Ankommende stets eng umschlungen von einer Ganzkörperglocke aus Gluthitze und Wasserdampf, die sich erst spät am Abend wieder abschütteln lässt. München mag zu teuer sein, Paris stets en vogue und Rom für immer ewig. Beirut ist erst mal nur schwül.

Hier ist unangenehmes Schwitzen angesagt, vergebliches Duschen, alles andere als Urlaubsidyll. Und dennoch: im Nachklang klingt „Beirut“ auch irgendwie verboten sexy, nach Wagemut, nach Kurznachrichten auf BBC One und CNN World, nach wackeliger Handkamera und schnellen Schnitten. Nach grobkörnigem Schwarz-Weiß und lodernden Häuserfronten im Moment des Granateinschlags. Nach UNO und rauchenden Milizen, pausierend vom Straßenkampf. Nach lange vergessenen Klischees aus den Bürgerkriegs-80ern eben. … Mehr

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