Schwierige Schönheit
18. Februar 2010

„Stadt der Schwüle“ – das könnte passen. Überall in Beirut kriecht sie aus den Mauern, diese Schwüle, dampft hoch vom Asphalt, schwappt über die Uferpromenade ins Zentrum. Klamme Kleidung, immer feuchte Haut. Der Ankommende stets eng umschlungen von einer Ganzkörperglocke aus Gluthitze und Wasserdampf, die sich erst spät am Abend wieder abschütteln lässt. München mag zu teuer sein, Paris stets en vogue und Rom für immer ewig. Beirut ist erst mal nur schwül.

Hier ist unangenehmes Schwitzen angesagt, vergebliches Duschen, alles andere als Urlaubsidyll. Und dennoch: im Nachklang klingt „Beirut“ auch irgendwie verboten sexy, nach Wagemut, nach Kurznachrichten auf BBC One und CNN World, nach wackeliger Handkamera und schnellen Schnitten. Nach grobkörnigem Schwarz-Weiß und lodernden Häuserfronten im Moment des Granateinschlags. Nach UNO und rauchenden Milizen, pausierend vom Straßenkampf. Nach lange vergessenen Klischees aus den Bürgerkriegs-80ern eben. … Mehr

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