Bruders Kriege
13. Mai 2010

Der größte Fehler liegt im Titel: „Sohn der Hamas“, Untertitel: „Mein Leben als Terrorist“. Im Original: „A Gripping Account of Terror, Betrayal, Political Intrigue, and Unthinkable Choices“. Eine „packende Schilderung“ also von „Terror, Verrat, politischen Intrigen und undenkbaren Entscheidungen“.

Das englische Original trifft besser. Mosab Hassan Yousef, der „Sohn der Hamas“ ist kein Terrorist. Er wuchs im Hause eines Terroristen auf, ja. Sein Vater ist Scheich Hassan Yousef, einer der sieben Gründerväter der Hamas. Aber macht ihn das zu einem Terroristen? Macht ein Nazi-Vater seinen Sohn automatisch zum Nazi? Ein Henker seine Tochter zur Henkerin?

Die Schwelle ist niedriger, die Berührung eher gegeben. Das Anormale wird alltäglicher, also kann Mosab Hassan Yousef, 1978 in Ramallah geboren, die Grenze zum Absurden schwerer ziehen. Aber es macht ihn nicht zum Sprengstoffgürtelträger, zum Attentäter in Bussen, vor Diskotheken, in Einkaufszentren.

Ob das Mitwissen schuldig macht? Mosab bejaht die Frage durch sein Handeln. Er wendet sich ab. Nicht vom Vater, aber von den Zielen der Organisation, die er so ohnehin nie blind unterstützt hat. Er wendet sich ab von seinem Hass auf Israel. Er wendet sich ab von seinem Bekenntnis zum Islam, konvertiert zum Christentum.

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